Markt in Bewegung

Montag, 27. Februar 2023
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Der Markt ist in stabiler Verfassung und zeigt in den grossen Segmenten Wachstum. Auch bei den E-Zigaretten steigt die Zahl der Nutzer – trotz der neuen Steuerbelastung.

Im Verlauf des Jahres 2022 ist die Zahl der Zigarettenraucher in Deutschland von 31 Prozent auf über 35 Prozent gestiegen. Das zeigt die repräsentative zweimonatliche «Deutsche Befragung zum Rauchverhalten» (DEBRA). Auch die Zahl der aktiven Nutzer von alternativen Tabakprodukten hat weiter zugenommen. Laut DEBRA griffen Ende 2022 drei Prozent aller Erwachsenen zu E-Zigaretten und 0,6 Prozent zu Erhitzern (Heater). Damit haben sich deren Zahlen gegenüber 2021 jeweils verdoppelt.

Absätze steigen
Zwar sind die Absätze im Markt nicht proportional zu den neuen Konsumenten angestiegen, aber die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) bestätigen den Trend. Der Absatz von Zigaretten stieg im dritten Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent, Feinschnitt legte um vier Prozent zu. Der Trend zur Vorratshaltung und zu Grosspackungen bei Tabakwaren ist weiterhin ungebrochen. Der überwiegende Teil der Verbraucher von Tabakwaren zeigt eine hohe Preissensibilität und zieht die preisgünstigeren XXL-Packungen vor.

E-Zigaretten immer beliebter
Erheblich turbulenter geht es auf dem Markt der E-Zigaretten zu. Nach einem Umsatzhöhepunkt von rund 500 Millionen Euro im Jahr 2018 ging es wellenartig bergab. Im Jahr 2022 setzte dann mit der stark steigenden Zahl der Nutzer wieder eine Erholung ein. Nach vorläufigen Zahlen des Verbandes des eZigarettenhandels (VdeH) erreicht der Jahresumsatz rund 300 Millionen Euro. Dass E-Zigaretten zuletzt so viele neue Freunde gewonnen haben, überrascht insofern, als sich die Produkte im Juli 2022 aufgrund neuer Besteuerung (16 Cent je ml) massiv verteuert haben. Eine Erklärung dafür ist die Bevorratung des Fachhandels (und der Verbraucher) mit altpreisiger Ware, die bis Februar 2023 verkauft werden durfte. Eine andere ist die zunehmende Attraktivität dieser Produkte als «gesündere» Alternative zur klassischen Zigarette. Auch die Hersteller unterstützen den Trend und optimieren ihre Systeme laufend hinsichtlich Gebrauchsnutzen, Design und Auswahl der Liquids.

Aromen treiben Nachfrage
Ein Erfolgsfaktor der E-Zigaretten ist die Aromenvielfalt, die zahlreiche langjährige Raucher buchstäblich auf den Geschmack gebracht und zum Umstieg bewogen hat. Insbesondere vor diesem Hintergrund wäre eine regulatorische Einschränkung der Aromenvielfalt, wie sie sich auf europäischer Ebene im Rahmen des «Europe’s Beating Cancer Plan» abzeichnet, aus Sicht des VdeH ein kontraproduktives Zeichen. «Aromen spielen eine bedeutende Rolle beim Wechsel von der Tabak-Zigarette zur risikoreduzierten E-Zigarette», sagt VdeH-Geschäftsführer Oliver Pohland.

Start-up für Kriminelle
Der Markt der E-Zigaretten ist geprägt von einer Vielzahl unterschiedlichster kleiner und mittelständischer Anbieter. Beim Vertrieb machen die inhabergeführten Fachhandelsgeschäfte mit bis zu sechs Filialen etwa 96 Prozent des E-Zigarettenhandels aus. Die grossen Unternehmen der Tabakindustrie sind mit ihren alternativen Produkten indes nur relativ gering in den Fachgeschäften vertreten und bedienen mit LEH, Tabakwarenhandel und Tankstellen hauptsächlich ihre etablierten Vertriebskanäle. Ein wachsender Teil der Verwender von alternativen Tabakprodukten deckt seine Ware aber auch auf dem Schwarzmarkt. Neben dem VdeH spricht auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP Zoll) von einer Zunahme des Schmuggels durch die Einführung der Steuer auf Tabak-Substitute. Die GdP Zoll sprach in diesem Zusammenhang sogar von einem «Start-up» für die Organisierte Kriminalität.

Das Problem dürfte sich in den kommenden Jahren noch verschärfen. Denn bei der am 1. Juli 2022 eingeführten Steuer von 16 Cent je Milliliter bleibt es nicht. In weiteren Schritten wird die Steuer in den Jahren 2024, 2025 und 2026 jeweils zum 1. Januar auf insgesamt 32 Cent (pro ml) angehoben.

News

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Top-Service und kompetente Mitarbeiter: famila-Nordost erhält «Deutschen Servicepreis 2023».

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tegut. Der Lebensmittelhändler übernimmt die in wirtschaftliche Schieflage geratene Bio-Supermarktkette basic mit 19 Standorten und 500 Mitarbeitern. Nach erfolgter Zusage des Bundeskartellamts und Annahme des Insolvenzplans sollen beide Unternehmen «nach und nach zusammenwachsen», teilt tegut mit. «Tegut und basic passen hervorragend zusammen», so tegut-Geschäftsführer Thomas Gutberlet zur Übernahme.

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Der deutsche Online-Handel ist sehr schwach in das Jahr 2023 gestartet. Wachstumschancen sieht die Branche nur mit Lebensmitteln und FMCG.

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DWI. Wie das Deutsche Weininstitut angibt, wurde 2022 die Hälfte aller Qualitäts- und Prädikatsweine in der trockenen Geschmacksrichtung angeboten. Das ist ein Plus von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. 20 Jahre zuvor waren nur 35 Prozent der deutschen Qualitätsweine trocken.

Cannabis

Handel steht bereit
Die Bundesregierung hat 2022 die Einführung einer kontrollierten Abgabe von Genusscannabis an Erwachsene beschlossen. Diese steht aber noch unter rechtlichem Vorbehalt und benötigt eine EU-Zustimmung. Bei einer Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken empfiehlt sich der Tabakwaren-Facheinzelhandel in Zukunft als erstrangiger Vertreiber. Torsten Löffler, Präsident des Handelsverband Tabak (BTWE), sagt dazu: «Unsere Mitarbeiter verkaufen tagtäglich und zuverlässig Tabakwaren, Lotto, Toto & Co. nach den geltenden Jugendschutzvorgaben. Auch bei der Vermarktung von Cannabisprodukten können wir ein sicherer Vertriebsweg sein.»

Littering

Egal ob Zigarettenabfälle, Kaugummis oder Fastfood-Verpackungen – Abfall in der Umwelt ist ein globales Problem.

Die im Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) versammelten Unternehmen sagen dem achtlosen Wegwerfen von Zigarettenkippen den Kampf an. Der BVTE will im Rahmen seiner Kampagne «Achte auf die Umwelt» und mit der Website achteaufdieumwelt.de Verbraucher für einen verantwortungsvollen Umgang mit Müll sensibilisieren. Mit Plakatmotiven, Flyern, Videos und speziellen Informationen zu Zigarettenabfällen werden die Verbraucher informiert. Zusätzlich werden Sammelbehälter in Zigarettenoptik für besonders betroffene Hot Spots gesponsert.