Innovativ und preisgekrönt

Montag, 27. Juni 2022
Foto: Markant

Zum 15. Mal hat das EHI Retail Institute Unternehmen mit dem  Retail Technology Award Europe (reta award) für ihren Einsatz herausragender und innovativer IT-Lösungen im Handel ausgezeichnet. Die Markant hat den Preis für die Digitale Vorgangsakte in der Kategorie «Best Enterprise Solution» verliehen bekommen.

Eine internationale Jury aus Mitgliedern aus dem Bereich Forschung und verschiedenen Handels- und Industrieinstituten zeichnet jährlich mit dem reta award Produkte und Lösungen aus, die durch einen hohen Grad an Innovation einen entscheidenden Einfluss auf Prozessoptimierungen zwischen Industrie und Handel haben. In diesem Jahr wurden Preise in fünf Kategorien verliehen: Best Customer Experience, Best Enterprise Solution, Best Instore Solution, Best Connected Retail Solution und Best AI & Robotics Application.

Best Enterprise Solution
In der Kategorie Best Enterprise Solution werden Handelsunternehmen ausgezeichnet, die ihre Effizienz durch die Entwicklung und Implementierung innovativer Systeme und Technologien gesteigert haben. Zu den Preisträgern gehört auch die Markant, die die Auszeichnung für die Digitale Vorgangsakte erhalten hat. Ziel ist es hierbei, allen Beteiligten einen Echtzeit-Zugang zu allen relevanten Informationen bezogen auf die Belieferung der Handelslager zu ermöglichen. Dabei steht insbesondere das Claimmanagement im Fokus. Die Digitalisierung der Lieferscheine wird durch modernste API-Bibliotheken sowie die existierenden EDI-Verbindungen unterstützt. Die Prozesskosten für die Reklamationsbearbeitung in den Lagern konnten so um rund 70 Prozent gesenkt werden.

Zusammenarbeit mit Partnern
Gross war die Freude des Teams um Reiner Sailer, Lead Service Owner im Bereich B2B-Integration der Markant Services International GmbH, als die Entscheidung über den Gewinn des reta awards 2022 für die Kategorie Best Enterprise Solution seitens des EHI mitgeteilt wurde. «Wir sind sehr stolz, diese Auszeichnung erhalten zu haben. Von Beginn an haben wir uns darauf konzentriert, zusammen mit unseren Partnern ein Produkt zu bauen, das spürbaren Nutzen schafft», berichtet Sailer. Ein entscheidender Erfolgsfaktor sei dabei vor allem der Austausch unter den Teams von Rossmann, Procter & Gamble und der Spedition Offergeld gewesen. «Die Zusammenarbeit hat nicht nur riesigen Spass gemacht, sondern wir waren auch zusammen erfolgreich», so das Fazit des IT-Experten.

Digitale Vorgangsakte

Reiner Sailer, Lead Service Owner im Bereich B2B-Integration der Markant Services International GmbH, über die innovative Lösung.

Was ist die Digitale Vorgangsakte?
Reiner Sailer:
Hier bündeln, digitalisieren und verteilen wir alle Belege und Informationen rund um einen Reklamationsvorgang für alle Prozessbeteiligten in nahezu Echtzeit.

Wie lange dauerte die Entwicklung?
Reiner Sailer:
Vom Entschluss das Thema anzugehen bis zum Minimal Viable Product (MVP) haben wir etwa fünf Monate benötigt. Die reine Entwicklung unserer Cloudlösung für den MVP dauerte nur knapp drei Monate.

Warum haben Sie Partner wie Procter & Gamble ins Boot geholt?
Reiner Sailer:
Mit Procter & Gamble (P&G) haben wir gemeinsam die Abläufe entlang des gesamten Order-Shipment-Billing-Prozesses von P&G angeschaut. Da dort das Zusammenspiel zwischen den Bestellern (hier Rossmann), dem Versender (hier P&G und Offergeld) und Billing (wieder P&G) von Relevanz ist, war es von Anfang an klar, dass wir ein nützliches Produkt nur mit allen Beteiligten bauen können. Rossmann hat schon seit langem das Thema Digitalisierung ganz oben auf der Agenda und da das Drogerieunternehmen unser Produkt Mareko nutzt, mussten wir keine Überzeugungsarbeit leisten. Offergeld ist sehr innovativ unterwegs und für P&G der Hausspediteur, daher die Wahl.

Warum steht insbesondere das Claimmanagement im Fokus?
Reiner Sailer:
Hierunter versteht man alle Tätigkeiten rund um Reklamationen, die aus den Warenanlieferungen beim Händler im Wareneingang heraus entstehen. Im Prinzip alles und zwar von der Erstellung der Reklamation, der Quittierung von Dokumenten und der Digitalisierung der Informationen und der Integration in die ERP-Systeme der beteiligten Partner. Ziel ist es, alles rund um die Mengenreklamationen digitalisiert abwickeln zu können.

Warum setzen Sie bei Digitalen Vorgangsakte auf Cloud-Technologie?
Sailer: Weil wir ein Produkt entwickeln wollten, dass hinsichtlich Geschwindigkeit, Erreichbarkeit, Verfügbarkeit und vor allem Skalierfähigkeit mit den Hilfsmitteln in der Cloud deutlich einfacher zu erstellen und auch zu betreiben ist, als wenn das auf Servern bei uns im Rechenzentrum stattfinden soll.

Was sind die Vorteile?
Reiner Sailer:
Heute liegen die Kosten für eine Reklamation bei den Beteiligten jeweils bei etwa 60 Euro, teilweise erhöht sich dieser Wert dramatisch, wenn Belege auf Grund zu vieler Beteiligter lange Durchlaufzeiten haben oder verschwinden. Wir haben über die letzten Monate hinweg gelernt, dass wir in etwa zwei Drittel der Kosten einsparen können. Die Ersparnisse resultieren daher, dass die Daten strukturiert für alle Beteiligten sofort verfügbar sind, Rückfragen sich erledigen, Unterschriften vorhanden sind und somit die Klärung einer Reklamation schnell durchgeführt werden kann. Durch den Ansatz Lieferpapiere ebenfalls zu digitalisieren, entfällt das Papierhandling in den Wareneingängen und den Rechnungsprüfungen. Auch hier steckt hohes Einsparpotenzial.