Ausgabe:

Die totale Vernetzung

Montag, 03. Dezember 2018
Dreamstime/Prykhodov

Die Vernetzung über das IoT (IoT = Internet of Things) revolutioniert die Heizungssteuerung, die Sicherheit zu Hause und viele andere Dinge des täglichen Lebens. Ihre Intelligenz holen sich die vernetzten Dinge aus dem Web: Smarte Schuhsohlen überwachen beim Laufen unsere Fitness und das intelligente Regal im Nachbarschaftsmarkt informiert den Kunden per App zuhause, ob die Artikel auf seiner Einkaufsliste vorrätig sind. Schon in diesem Jahr wird es mehr vernetzte IoT-Dinge geben, als Menschen (7,5 Mrd.) auf unserem Planeten leben. Das Marktforschungsunternehmen Gartner prognostiziert einen Anstieg der aktuell rund neun Milliarden vernetzten Datenpunkte auf mehr als 20 Milliarden im Jahr 2020. 

5,2 Milliarden der vernetzten Geräte,also 63 Prozent, werden dem Konsumentensegment zugeordnet. Neben vernetzten Fahrzeugen gehören dazu vor allem Smart-TVs und digitale Settop-Boxen, zunehmend aber auch Haushaltsund Küchengeräte sowie künftig ganz neue Anwendungen. Die BSH Hausgeräte GmbH beziffert die Zahl der vernetzten Haushaltsgeräte in Deutschland auf eine Million. Schon heute ist mit diesen Geräten das automatisierte Nachbestellen von Geschirrspültabs, Klarspüler oder Salz auf einer entsprechenden IoT-Plattform («Home Connect») bei Partnerunternehmen möglich. «Neben diesen neuen digitalen Diensten erwarten Konsumenten immer mehr individualisierte, integrierte, vernetzte Lösungen, die den persönlichen Alltag bereichern und erleichtern», erklärt Karsten Ottenberg, Vorsitzender der BSH-Geschäftsführung. 

Neue Wertschöpfungsketten

Microsoft wird in den kommenden vier Jahren insgesamt fünf Milliarden USDollar (4,07 Mrd. Euro) in das Internet der Dinge investieren – und signalisiert damit entsprechend hohe Erwartungen an die künftige Marktentwicklung. «IoT ist keine Frage der Unternehmensgrösse oder Branche», sagt Anna Notholt, IoT Business Lead bei Microsoft Deutschland. «Mit IoT-Technologien transformieren Geschäftskunden nicht nur Produktent-wicklung, Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung. Sie können komplett neue digitale Wertschöpfungsketten entwickeln.» 

Auch nach Ansicht des Serviceproviders Allgeier ES kann das IoT dem Handel grossen Mehrwert bieten, sowohl mit einer Vernetzung seiner Filialsysteme als auch mit den Kunden. «Das IoT wird immer mehr der zentrale Antrieb für die digitale und mobile Transformation», heisst es bei Allgeier. Intelligente Regale beispielsweise erkennen automatisch die Bestandsituation. Damit kann der Händler nicht nur Out of Stocks vermeiden, auch seine (vernetzten) Kunden können per App lokale Bestände in ihrem Markt abfragen und Produkte jederzeit mobil reservieren. Andere Szenarien von IoT-Anwendungen am Point of Sale beschreiben, wie mithilfe von Bewegungssensoren, Infrarotsensoren oder Beacons Bewegungsprofile der Kunden erstellt werden. Darauf basierend können Angebotsplatzierung oder Ladenaufbau optimiert werden.

Serie

Beim MARKANT Mitgliederkongress Anfang Juni in München stand das Spannungsfeld «Digitalität und Humanität» im Fokus. Die wichtigsten Aspekte beleuchten wir für Sie in der kompletten Serie: 

09/18 Wie Künstliche Intelligenz den Handel verändert
10/18 Virtualisierung und Dematerialisierung (Augmented Reality)
11/18 Welche Änderungen die Digitalisierung im Führungsalltag bringt 
12/18 Die totale Vernetzung - Segen oder Fluch für die Menschheit? 

 

Info 

Breitband ist die IoT-Hürdekten 

Die Möglichkeiten des Internet of Things (IoT) eröffnen Händlern neue Perspektiven für ihre Digitalisierungsstrategien. Der Weg zum vernetzten Store, in dem Kunden personalisiert angesprochen und operative Prozesse digitalisiert und automatisiert werden, gestaltet sich dennoch beschwerlich. So lautet das Fazit einer Analyse, die EHI und Microsoft in dem Whitepaper «Smart Store» veröffentlicht haben. Die unzureichende Verfügbarkeit leistungsfähiger Breitbandnetze als technische Grundvoraussetzung  für IoT-Anwendungen ist laut Studie das Hauptproblem.